Coiba & Panama

Diving and Beaches

Panama, ein kleiner Staat in Mittelamerika, liegt zwischen Costa Rica und Kolumbien und hat eine Küstenlinie von über 1900 km, aufgeteilt auf den pazifischen Ozean und das karibische Meer. Die meisten denken bei Panama zu Recht in erster Linie an den Panama-Kanal, der die Karibische See im Norden und den Pazifischen Ozean im Süden verbindet. Dieses imposante Bauwerk, dessen Betrieb die größte Einnahmequelle des Landes bildet, sollte man nicht verpassen. Ozeanriesen und riesige Containerschiff kreuzen am Eingang des Kanals und warten auf die Durchfahrt. Dabei wird an vielen Stellen nach wie vor mit riesigen Baustellen daran gearbeitet, den Kanal zu verbreitern. In den Nebenarmen des Kanals dagegen befindet man sich auf einmal in einem Naturschutzschutzgebiet und hat, ganz im Gegensatz zu dem Trubel im Kanal selbst, während einer Bootfahrt die Gelegenheit, Faultiere, Krokodile, Affen und diverse seltene Vögel beobachten zu können.

Neben einer Fahrt auf dem Panama Kanal lohnt auch ein Besuch der Hauptstadt Panamas, Panama City. Als Erstes fällt dem Besucher sicherlich die „Skyline“ der modernen Stadtviertel ins Auge, in denen sich internationale Banken und Geschäfte angesiedelt haben. Doch die Stadt hat auch eine andere Seite, die Altstadt Panamas Citys, die heute zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt mit Sehenswürdigkeiten, wie der „Iglesia de Santa Ana“, dem „Palacio Presidencial“ oder dem „Teatro Nacional“ und eine nette Fußgängerzone mit Restaurants und schönen Geschäften. Im „Parque Natural Metropolitano“, einer grünen Oase am Stadtrand, können neben exotischen Pflanzen auch seltene Vögel, wie der Tukan, Klammeraffen, Ameisenbären, Faultiere, Schildkröten und Leguane auf einem Rundweg durch den Park beobachtet werden.

Tukan by Michael Christ

 

Tauchen im Coiba Nationalpark

Der Coiba Nationalpark ist ein wahrer Geheimtipp für uns Taucher. Kein Massentourismus, wilde Natur, eine riesige Artenvielfalt über und unter Wasser und endlos scheinende mit Palmen gesäumte Sandstrände. Der Nationalpark Coiba liegt vor der Pazifikküste Panamas in der Provinz Chiriqui und umfasst eine Fläche von 27.000 qkm und 38 Inseln, wie Jicaron und Jicarita und einen Teil des Pazifiks rund um die Inseln. Hier befindet sich auch ein großes Korallenriff. Seit 2005 steht der Coiba Park auf der Liste der Unesco als Weltnaturerbe. Vor ca. 12.000 Jahren wurde die Insel Coiba vom Festland abgetrennt und es entwickelte sich eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt mit vielen endemischen Arten, wie dem Coiba Brüllaffen, den Coiba Aguti, eine Unterart des Südopposums und des Weißwedelhirsches. Die Zahl der hier anzutreffenden Pflanzenarten wird auf 1.450 geschätzt und bislang wurden 760 Fischarten, 23 Wal- und Delphinarten und 33 Haiarten gezählt. Dass Coiba einst mal eine Gefängnisinsel mit bis zu 3.000 Häftlingen war, ist heute nicht mehr zu sehen. Jeder Zentimeter wird von Urwald bedeckt und lediglich eine Ranger Station und die paar Besucher zeugen von Zivilisation. Viele Flüsse durchziehen die Insel und Wasserfälle stürzen ins Meer. Was viele nicht wissen, Coiba gehört zum Marineschutzkorridor "East Tropical Pacific", dem 5 Nationalparks angehören, wie Cocos, Galapagos, Malpelo, Gorgona in Kolumbien und Coiba. Er umfasst 211 Millionen Hektar und ist grenzübergreifend. Er spielt eine wichtige Rolle für die Wanderung der Fischschwärme und vor allem der Hammerhaie, denn man stellte fest, dass die Hammerhaischulen zwischen diesen Nationalparks wandern.

Alle Inseln entstanden durch vulkanische Aktivitäten, was an einigen Stellen heute noch zu sehen ist. Das Meer fällt unweit der Inseln auf mehrere tausend Meter Tiefe ab.

Coiba Strand by Michael Christ

Klima & Tauchbedingungen in Coiba

Das Klima in Coiba ist tropisch feucht. Das ganze Jahr über kann es zu plötzlichen Regenschauern kommen. Die eigentliche Regenzeit ist von Mai bis Dezember und von Januar bis Mai die Trockenzeit, wobei Verschiebungen im Rahmen des allgemeinen Klimawandels auch hier berücksichtigt werden müssen. Die Lufttemperaturen betragen ganzährig zwischen 26 und 30 Grad. Die Wassertemperaturen liegen ganzjährig bei 27- 29 Grad an der Wasseroberfläche, in der Tiefe meist nur noch bei 24 Grad und trifft man auf kalte Strömungen, kann an einigen Plätzen die Temperatur auf 19 Grad abkühlen.

Coiba wird von mehreren Meeresströmungen umspült, die in der Trockenzeit meist kaltes und nährstoffreiches Wasser mit sich bringen. Zudem bläst ein stetiger Nordwind, der für die trockene Periode sorgt. Mit dem kühlen Wasser kommen Planktonliebhaber, wie Mantas, große Schulen migrierender Fische, Stachelrochen, Schwertfische und sogar Killerwale nach Coiba. Die Sichtweiten betragen in dieser Zeit zwischen 5 und 30 Meter. Es enstehen Sprungschichten und die Sichtverhältnisse verändern sich mit ihnen. In aller Regel liegt die Sicht im kühlen Bereich zwischen 5 und 10 Metern und im wärmeren Bereich bei 20 bis 25 Metern.

In der Regenzeit flaut der Wind ab, das Meer wird ruhiger und die Wasseroberflächentemperatur sinkt auf 25 bis 26 Grad. Die Sichtweiten betragen meist zwischen 12 und 25 m. An Flussmündungen kann es zu stärkeren Sichteinbußen kommen, aufgrund der Sedimenteinträge der Flüsse. Am Nachmittag kommt es meist zu Gewittern und starken Regenschauern. Die regenreichsten Monate sind September und Oktober. In diesen Monaten frischt auch der Wind auf und es kann etwas rauer werden auf See.

Von Juli bis Oktober versammeln sich Buckelwale mit ihren Jungen um Coiba.

Die Tauchplätze in Coiba und die Unterwasser Sichtungen widersprechen auf Basis der langjährigen Erfahrung unserer Partner und eigener Touren den Berichten, die Coiba als Großfischgarant darstellen. Die Gewässer sind extrem fischreich und auf eigenen Touren haben wir Ammenhaie, Weißspitzhaie, Hammerhaie, Thunas, Marline und einen Walhai gesichtet. Vorbeiziehende Wale und Delphine bei fast jeder Tour. Zum Teil hatten wir gigantische Fischschulen an Snappern und Makrelen. Muränen und Krustentiere sind allgegenwärtig. Kunden berichteten von Schulen mit Hunderten an Mobulas. Dennoch ist das Tauchen tückisch, vor allem an den vorgelagerten Plätzen, wie zum Beispiel der Hannibal Bank. Dieses Riff liegt 30 bis 40 Meter unter der Oberfläche und wird von starken Strömungen umspült. Was man hier zu sehen bekommt hängt stark von der richtigen Strömung, Tageszeit usw. ab. Vorhersagen sind schwierig. An diesem Platz hatten wir selbst schon von gar nichts bis hin zu Weltklassetauchen. Einmal war das Riff wie ausgestorben und beim nächsten Tauchgang fanden wir Hammerhaischulen mit bis zu 30 Tieren und dichte Wolken an Makrelen und Snappern. Somit gehört immer etwas Glück mit dazu, aber die Chancen stehen gut. Dies trifft auch auf die anderen Seamounts und exponierten Tauchplätze rund um Coiba zu, aber unsere Partner haben langjährige Erfahrung in diesem Gebiet und wissen, wann es wo gut ist zum tauchen. Die küstennahen Gebiete sind beständiger. Stachelrochen, Adlerrochen, Gruppen an Weißspitzenhaien und zahlreiche Fischarten, wie Kaiser-, Falter- und Doktorfische haben wir hier gesehen. Der Bewuchs ist spärlich, was für diesen Teil des Pazifiks typisch ist, aber an vielen Stellen wachsen Korallen an den Felsen und es sind kleinere Riffe zu finden. Auch Freunde der kleinen Lebewesen kommen auf ihre Kosten. Zahlreiche Nacktschnecken, Krebse, Molusken, Seepferde bis hin zum Anglerfisch sind hier heimisch. Immer wieder trifft man auch auf Schildkröten, die die Sandbuchten der Inseln für die Eiablage aufsuchen.

Allgemeine Informationen zu Coiba

Wie taucht man in Coiba?

Die beste Art, um die über 30 bekannten Tauchplätze rund um Coiba zu betauchen ist natürlich auf Tauchsafari zu gehen, aber es gibt auch die Möglichkeit an Land zu wohnen und an täglichen Ausfahrten teilzunehmen. Unser Partner Coiba Dive Expedition bietet diese Touren ab Puerto Mutis an und startet auch hier mit dem eigenen Liveaboard, der Yemaya. Der Katamaran Inula, unser zweites Tauchsafarischiff in Panama, startet von David aus und bietet ebenso ganzjährig Touren rund um Coiba an.

Ein Wort von Michael:

Coiba und deren Gewässer sind Neuland in der Taucherszene und lohnen für alle Taucher, die viel Fisch sehen wollen. Korallenfans bleiben im Vergleich zu asiatischen Zielen auf der Strecke, hier dominieren Fischschwärme und die dazu gehörigen Jäger, die Haie. Vieles ist noch unentdeckt und die Tauchbedingungen haben so ihre Tücken, aber Individualisten, die es zu schätzen wissen, noch Tauchplätze zu entdecken und fernab vom Massentourismus in noch unberührter Natur zu tauchen, werden hier ein fantastisches Tauchgebiet vorfinden. Es lohnt auf alle Fälle eine Reise nach Coiba, egal ob als reine Coiba Tauchsafari oder am besten in Kombination mit den Top Zielen Malpelo oder Cocos.

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