Mosambik

Tauchen mit Mantas, Walhaien und Walen

Endlos lange einsame weiße Sandstrände, der türkisblaue warme Indische Ozean und ein vom Tourismus noch weitestgehend verschontes Land, erwarten Sie in Mosambik. Der Tauchtourismus steckt in Mosambik noch in den Kinderschuhen, lediglich die Südafrikaner haben schon die unberührten, noch intakten Riffe für sich entdeckt. Mosambik liegt an der afrikanischen Ostküste am Indischen Ozean. Es grenzt im Süden an Südafrika und an Tansania im Norden, dazwischen liegt die knapp 2.500 km lange Küste Mosambiks.

Die Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt in Mosambik ist Maputo, in der 1,2 Mio. der insgesamt 18 Mio. Einwohner Mosambiks leben. Das Land lebt trotz reicher Bodenschätze hauptsächlich von der Landwirtschaft und dem Export von Cashewkernen, Tee, Baumwolle und Zucker. Etwa die Hälfte der Bevölkerung gehört afrikanischen Religionen an, etwa 30 % der Bevölkerung sind Christen. Die ehemalige portugiesische Kolonie gehört zu einem der ärmsten Länder der Welt. Mosambik hat vor allem auch mit Problemen im Gesundheitssystem zu kämpfen. AIDS/HIV, Malaria und die Cholera sind weit verbreitet.

Walhai Mosambik

Tauchen in Mosambik

An den Tauchplätzen rund um Tofo hat man das ganze Jahr über sehr gute Chancen auf Walhai- und Mantabegegnungen. Dieser Abschnitt der Küste liegt auf der Migrationsroute der Walhaie, speziell zwischen November und Mai werden sehr viele gesehen. Um Tofo ist das Wasser des Indischen Ozeans sehr planktonreich, was eine Menge an Großfisch magisch anzieht. An sonnigen, klaren Tagen kann man die Mantas beim Fressen beobachten, wenn am Nachmittag das Plankton zur Wasseroberfläche aufsteigt. Ansonsten trifft man diese friedlichen Tiere mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Putzerstationen des Manta Reefs, Amazon Reefs oder des Tauchplatzes Office an der Mantaküste Mosambiks an. Zwischen Juni und November ziehen Buckelwale auf ihrer 16.000 km langen Migrationsroute an der Küste Mosambiks vorbei. Mit etwas Glück begleiten Delfinschulen die Boote bei der Ausfahrt zu den Tauchplätzen. Daneben gibt es an den intakten Riffen Riffhaie, Leopardenhaie, unzählige Muränen, große Fischschwärme, kapitale Zackenbarsche, Schildkröten und allerlei Makrolebewesen zu sehen.

Je nach Jahreszeit kann das Wetter mitunter stürmisch sein, weswegen das Tauchen manchmal ausfallen muss, häufig treten auch heftigere Strömungen unter Wasser auf, was dieses Tauchreiseziel zu einem Ziel für den eher erfahrenen Taucher macht.

Die Wassertemperaturen liegen von November bis März bei 29 Grad und von Mai bis September bei 22 Grad, die Sichtweiten variieren je nach Planktonmenge im Wasser zwischen 8 und 40 Metern.

Tauchplätze rund um Tofo und Barra

The Office
Dieser Tauchplatz lässt den Satz „Das ist mein Arbeitsplatz“ für die Tauchguides in einem ganz neuen Licht erscheinen… . Die Topografie des Tauchplatzes erinnert an die des Manta Reefs. Auch hier gibt eine Putzerstation für Mantas, die an diesem Platz häufig angetroffen werden. Der eigentliche Tauchplatz besteht aus einem Felsrücken, der vom Meeresgrund aus 70 Metern emporsteigt. Meist herrscht eine Nord-Süd Strömung, die unterschiedlich stark sein kann, von gemütlich bis zum „Express“. Der Tauchgang beginnt an einer S-förmigen Wand mit zahlreichen Felsvorsprüngen und Überhängen, die u.a. Heimat von großen Netzmuränen, Schildkröten und Kartoffelzackenbarschen sind. Unmengen an bunten tropischen Rifffischen bewegen sich entlang der Felswand und zaubern so ein schönes Farbenspiel. An den 3 großen Felsen, die sich am Grund der Riffwand befinden, sollte man unbedingt etwas Zeit verbringen und um sie herum tauchen. Dort trifft man häufig auf schlafende Weißspitzenriffhaie, Schwarzspitzenriffhaie und Rotfeuerfische. Auch Gitarrenrochen und Leopardenhaie wurden hier schon gesichtet. Die Tauchtiefe an diesem Tauchplatz beträgt max. 30 Meter, der Tauchgang dauert meist um die 40 Minuten.

Giants Castle
Dieser Tauchplatz wurde so genannt, weil einfach alle Meeresbewohner, die man hier antrifft, größer als an anderen Tauchplätzen sind. So trifft man auf riesige Kartoffelzackis, Riesenmuränen und Mantas, die noch größer sind als die an den Putzerstationen des Manta Reefs. Das Riff besteht aus einer 7 Meter hohen und 300 Meter langen Wand, an der man meist mit viel Strömung entlang driftet. Meistens zieht die Strömung von Norden nach Süden, sie kann aber auch schnell in eine andere Richtung wechseln, daher sollten Taucher Erfahrung mit Strömungstauchgängen haben und schnell abtauchen können, falls es erforderlich ist. Die Riffoberseite beginnt auf 27 Metern Tiefe und ist mit grünen Baumkorallen übersät. An den Riffvorsprüngen, Überhängen und in den kleinen Kratern findet man viel maritimes Leben, z.B. graue und weiße Muränen, Lobster, unzählige Doktorfische und Drachenköpfe. Sogar Riesenangerfische kann man entdecken. Beim Austauchen sollte man immer auch ins Blau schauen, Barrakudas, Teufelsrochen und alles Mögliche an Hochseefischen könnte hier vorbeiziehen. Die max. Tauchtiefe beträgt 28 bis 35 Meter. Aufgrund einer langen Grundzeit dauert ein Tauchgang in der Regel um die 30 Minuten.

Salon
Salon ist ein kleiner, ruhiger Tauchplatz im Innenriffbereich und besteht aus einer 25 Meter langen Riffnase mit mehreren wunderschön bewachsenen Überhängen und kleinen Höhlen. Die Tauchtiefe beträgt max. 18 Meter. Er ist aufgrund seiner Vielfalt an Makrolebewesen vor allem bei Fotografen sehr beliebt. Alle 5 Arten an „Paperfish“ (weiß, schwarz, braun, rosa und gelb) gibt es hier, daneben trifft auf graue Muränen, Netzmuränen, Rotfeuerfische, Oktopusse und Blaupunktrochen. Der Name des Tauchplatzes rührt von den Putzergarnelen her. Legt man seine Hand flach vor eine der Putzergarnelen in den Sand, krabbelt sie einem auf die Hand und beginnt mit der „Maniküre“. Ein Phänomen, das bis jetzt nur hier beobachtet wurde, ist dabei das Verhalten der Trompetenfische. Sie schwimmen ganz nah an die Tauchermasken der Taucher heran und nutzen den Taucher als Deckung, um Jagd auf die Garnelen zu machen.

Mikes Cupboard
Getaucht wird an einem mit Weichkorallen bewachsenen großen Felssockel, der vom Sandgrund aus 17 Meter Tiefe bis auf 14 Meter unter die Wasseroberfläche reicht. Das Besondere an diesem Platz sind die großen Löcher und Krater des Felssockels, sie sehen aus wie in den Fels gemeißelt. Sie sind bis zu mehreren Metern breit und tief und beheimaten eine Unmenge an maritimem Leben: tropische Rifffische in allen Farben, Schnapper, Eidechsenfische, Krokodilfische, Schildkröten, Garnelen, Rotfeuerfische u.v.m.. Über dem Riff steht meist eine große Schule an Füsilieren, die sich jedoch blitzschnell in einen Baitball verwandeln, wenn die ansässige Gang an Blauflossenmakrelen vorbei patrouilliert. Auch Delfine werden manchmal bei den Tauchgängen gesehen.

Anchor Bay
Anchor Bay ist einer der flachen Tauchplätze und liegt direkt vor dem Strand des Barra Resorts. Der perfekte Platz fürs Tauchtraining oder für einen schön gemütlichen und erholsamen Tauchgang. Das Riff ist weitläufig und ziemlich flach mit einigen vom Sandgrund hausragenden Felsnadeln. Man sollte unbedingt den großen Schiffsanker suchen, nach dem dieser Platz benannt worden ist. Um ihn herum findet man sehr viel an „Jung“fisch: Juvenile Imperator-Kaiserfische, Baby Feuerfische, kleine Schmetterlingsfische und Baby Anemonenfische. Aber auch Krokodil-, Stein- und Skorpionsfische gibt es viele. Familien von Titandrückern halten Ausschau nach Oktopussen und Blaupunktrochen. Anchor Bay ist übrigens auch der einzige Tauchplatz im Innenriffbereich, an dem man Mantas, hier meist an der Oberfläche, sehen kann.

Buddies Reef
Buddies Reef liegt gleich unterhalb von Anchor Bay und kann bei jeden Wetterbedingungen betaucht werden. Das Riff ist flach und ovalförmig mit zahlreichen Einschnitten und einigen interessanten Kanälen. Die Tauchtiefe beträgt max. 11 Meter. Auch hier gibt es viel an Makro zu sehen: Vom Paperfish über Imperator-Kaiserfische bis hin zur Harlekingarnele…. Dieser Tauchplatz eignet sich auch hervorragend für Nachttauchgänge.

Barra Lagoon
Der Tauchplatz Barra Lagoon ist ein absolut einmaliger Platz, vollkommen anders als alle Tauchplätze draußen auf dem Meer. Taucher machen hier meist einen 90 Minuten Tauchgang und wollen danach gar nicht mehr aus dem Wasser. Barra Lagoon ist ein Paradies für Makrofotografen. Da dieser Platz jedoch sehr empfindlich ist, unbedachtes Flossenschlagen und Aufwirbeln von Sand ist zu vermeiden, ist das perfekte Beherrschen seiner Tarierung unter Wasser Grundvoraussetzung, um hier tauchen zu dürfen. Aufgewirbelte Sandpartikel können Seepferdchen z.B. blind werden lassen. Man taucht auf einer Tiefe von etwa 4 Metern in der Lagune und sieht zuerst einmal nichts als Sand. Sieht man jedoch genauer hin, entdeckt man, dass alles um einen herum in Bewegung ist. Dieser Platz ist der Kindergarten des Meeres: Kleine Rotfeuerfische, Baby Seenadeln, Babyflundern, Oktopusse und vieles mehr gibt es hier zu bestaunen. Große, mitunter sehr stattliche Seepferdchen, sieht man bei fast allen Tauchgängen. Meist hängen sie an den farbigen Algen. Sogar Dungongs wurden übrigens schon im Kanal gesehen und viele Tiere, die bei den Tauchgängen gesehen und fotografiert wurden, konnten noch gar nicht identifiziert werden. Wenn die Gezeiten richtig stehen, können auch Nachttauchgänge gemacht werden.

Simons Town
Ein Riff mit einer beeindruckenden Topografie. Große Steinsäulen kommen vom Meeresgrund herauf, voller Leben und Farben. Große Schulen an Schnappern und Lippfischen, Füssilieren und Großaugenmakrelen tummeln sich an den mit Weichkorallen bewachsenen Riffwänden. Das Riff verfügt über tiefe Schluchten und Löcher, in denen man farbenfrohe Nacktschnecken, Flötenfische, Eidechsenfische, rote Meerbarben u.v.m. antrifft. Man sollte auf jeden Fall auch immer mal wieder ins Blaue schauen, oft ziehen nämlich Schulen an Barrakudas und während der Saison auch öfters Walhaie vorbei. Die max. Tauchtiefe beträgt 18 Meter und ein Tauchgang dauert meist um die 50 Minuten.

Amazon
Amazon ist einer der anspruchsvolleren Tauchplätze in dieser Region. Die Oberfläche des V-förmigen Riffs beginnt auf 23 Metern Tiefe, der Sand- und Meeresgrund liegt auf ca. 33 Metern. Bei sehr starker Strömung ist es nicht möglich, an diesem Platz zu tauchen. Aber auch bei mäßiger Strömung ist es wichtig, in der Lage zu sein mit negativem Auftrieb schnell abtauchen zu können. Leopardenhaie, Weiß- und Schwarzspitzenriffhaie, Mantas, mit viel Glück Tigerhaie und zur richtigen Saison sogar Wale kann man an diesem beliebten Tauchplatz antreffen. Beim Abtauchen trifft man häufig auf Adler- und Teufelsrochen. Ansonsten begeistert der Tauchplatz mit seinem enormen Fischreichtum. An diesem Platz werden gerne „Doubletank“ dives gemacht.

Praia da Rocha
Das Riff besteht aus vielen einzelnen großen Felsnadeln, die üppig mit farbenprächtigen Hart- und Weichkorallen bewachsen sind. Einige der Felsnadeln stehen so dicht beieinander, dass sie ein Labyrinth schaffen, in das man hinein und hindurch tauchen kann. In kleinen Höhlen leben Rotfeuerfische, Putzergarnelen und Krebse. Die Riffformation ist überzogen Schwärmen an tropischen Rifffischen in allen Farben. In den Winkeln und Spalten findet man Spanische Tänzerinnen, farbige Nacktschnecken und Zebramuränen. Unter den Überhängen schlafen manchmal Weißspitzenriffhaie und im Sand findet man große Langusten und Oktopusse. Dieser Tauchplatz eignet sich aufgrund der guten Lichtverhältnisse sehr gut für Unterwasserfotografen und ist mit einer max. Tauchtiefe von 18 Metern auch für Anfänger gut geeignet. Ein Tauchgang dauert in der Regel 50 Minuten.

Coloseum
Das Riff ist wie ein großes Amphitheater geformt. Die Riffwände an den Seiten sind etwa 10 Meter hoch und die Sichtweiten an diesem Platz sind meist sehr gut und betragen üblicherweise mindestens 20 Meter. Durch die Riffwände ist der Platz innerhalb des „Amphitheaters“ vor Strömungen geschützt und man kann sich in Ruhe umschauen. Im Riff lebt eine riesige Netzmuräne, die „Russell - the Gladiator“ getauft wurde. Im Sand findet man Gitarrenrochen. Kartoffelzackenbarsche ziehen ihre Runden und mit etwas Glück zieht beim Abstieg gerade ein Teufelsrochen vorbei. Die max. Tauchtiefe beträgt 30 Meter.

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