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Reisebericht von Rainer Hinck
Polynesien vom 09.09. bis 04.10.2009

Meine Reise nach Französisch Polynesien

Vom 9.9. – 4.10.09 war ich in Polynesien und habe die Insel Moorea, Rangiroa und Fakarava besucht und bin am letzten Tag rund um Tahiti gefahren.
Wer an Details nicht sehr interessiert ist und das Fazit gern vorweg haben möchte: Taucherisch war die Reise der Hammer, wer aber zum „Honeymoonen“ oder romantischen Badeurlaub dort hin will, oder sonstige Südsee-Klischees erfüllt haben möchte, der sollte da lieber weg bleiben. Es gibt bessere, viel günstigere und vor allem viel nähere Ziele. Und selbstverständlich beziehen sich meine Erfahrungen nur auf die oben genannten Inseln.
Aber ich war ja zum TAUCHEN da!!
Doch auch den Satz muss ich gleich relativieren, denn eines der Highlights, vielleicht sogar DAS Highlight der Reise gab´s zwar auch im Wasser, aber ohne Pulle auf dem Rücken.

Begonnen habe ich meine Reise mit einem 3-tägigen Zwischenstopp in L.A., bzw 100 Meilen südlich davon in Oceanside. Aus alten Zeiten habe ich dort noch meinen Freund Tony, der einen Harley – Shop hat. „which one you like“ war seine Frage, als ich vor den ca 40 Moppeds stand. Ich hab mir zuerst eine „Road King“ genommen und bin dann den Highway 101 rauf und runter gecruist. War ein angemessener Urlaubsbeginn.

Von dort (L.A.) nochmal ca. 8 Stunden bis Tahiti und gleich weiter nach Moorea. Jetzt war ich wirklich am anderen Ende der Welt, viel weiter ging es wirklich nicht mehr, und die erste Person, die ich treffe: Michael Christ von Tauchertraum!! Wie klein die Welt ist, wissen wir ja alle, aber diese Begegnung hatte dann auch irgendwie was „schicksalhaftes“ Michael war mit zwei seiner Gruppen als Reiseleitung dort und u.a. hatte er eine Gruppe, die sich aufs Walschnorcheln spezialisiert hatte. Er hat mir ermöglicht, bei dieser äusserst exklusiven Aktion dabei zu sein (dafür nochmal ein dickes „DANKESCHÖN“!!) . Jedenfalls bin ich drei Nachmittage mit Michael, zwei mal nur wir beide, zu den Buckelwalen gefahren und sowohl er selbst wie auch der Skipper Jerome haben da ein echtes Händchen. So haben wir insgesamt bestimmt mehr als zwei Stunden mit einer Walmama (ca. 15m lang und ihrem Walbaby (ca 6-7m lang) verbracht, ein anderes mal haben wir lange Zeit zwei erwachsenen Wale, spielend mit Steno-Delfinen und komplett aus dem Wasser springend gesehen. Aber das Erlebnis mit dem verspielten Walbaby, das ich sogar angefasst habe – ich weiss, ich weiss, aber ich konnte nicht anders, denn eigentlich hat ES mich angefasst – war wirklich so einzigartig, das es sogar etwas Pipi in der Maske gab. Für mich war endlich ein lang gehegter Traum wahr geworden, nämlich Buckelwale so nah bei sich zu haben, zu sehen und zu fühlen.
Eigentlich hätte ich danach meine Sachen packen können und wieder heimfahren: was sollte da noch kommen?!

Ich tat es nicht – und es kam noch mehr!
Das Tauchen auf Moorea ist für vielgereiste Menschen nicht aussergewöhnlich: es gibt Zitronenhaie, die ich zum ersten mal gesehen hatte; die sind recht gross, bis 3,5m, haben ein „leicht böse grinsendes“ Gesicht, ziehen aber relativ gelangweilt und unbeeindruckt ihre Runden. Viele Schwarzspitzen Riffhaie(c. melanopterus), einige Graue, Schaukelfische,in der Rückschau aber alles kein Vergleich mit den anderen Inseln. Riffe sind wg. Dornenkronen kaputt.
Getaucht habe ich bei „Moorea Fun Dive“ mit Gregory und seiner Frau Catherine (macht die Basis Organisation, da schwanger). 2 wirklich sehr nette Leute, Boot gut, Basis nicht riesig, aber es sind auch höchstens 10 Leute auf dem Boot.
Moorea scheint eine schöne Insel zu sein. Ich war 4 Tage dort, am dritten Tag hatten sich die Wolkenschwaden, die an den Bergen klebten, soweit verzogen, dass ich vom Wasser aus die beeindruckende Landschaft endlich mal sehen konnte. Aber zwei TGs morgens und nachmittags 3 Stunden Wale gucken, das ist man abends platt und lässt die Insel Insel sein. Ich war ja zum Tauchen da.

Weiter nach Rangiroa.
Zwar ist Polynesien in einigen Belangen selbstständig, aber im Grunde ist es französisch. Und wie wir alle wissen, ist der Franzose bisweilen ein manchmal eigentümlicher Zeitgenosse. Jedenfalls was die Tauchregeln angeht, die dort übrigens GESETZ sind: CMAS* taucht bis 29m Tiefe, CMAS** bis 49m und CMAS*** bis 60. Völlig wurscht, wieviel TGs und Erfahrung jemand mitbringt. Und als OWD und AOWD bist du dort *Taucher!! Das sollte man vorher wissen und
Vorsorge tragen. Ich habe 4 TGs auf 50+ gemacht und hab (nur) bei diesen TGs die wahre Action gesehen, die Rangiroa auszeichnet: eine unendliche Wand von Grauen Riffhaien, die aus dem dort unten schon recht düsteren Blau kommt, an dir vorbeizieht und vorbeizieht und vorbeizieht und in eben diesem Blau wieder verschwindet. Eine solche Anzahl von Haien habe ich noch nie gesehen. Wenn man einen richtig guten Tag in Galapagos oder Cocos erwischt, ist die Anzahl vielleicht vergleichbar. Wirklich sehr eindrucksvoll!!
Leider hat man erst in dieser grossen Tiefe die richtige (Film)Position, diese Menge an Haien auf Augenhöhe bzw. schräg nach oben zu sehen. Ein wahnsinniges, wenn auch kurzes Erlebnis. Am Rande sei erwähnt, das mein Computer zwischenzeitlich mal 20 Min Deko angezeigt hat. Wusste gar nicht, das der so weit geht. Aber Spass beiseite: das Ganze ist grenzwertig und eigentlich nichts für sicherheitspenible Buddies, zumal mein erster TG auf 53m so ablief: Ich saß bereits im Boot und hatte immer noch kein Briefing bekommen. Auf meine Nachfrage sagt der Guide „Follow me“! Ich darauf „That´s the briefing?“ – „Yes“
Das war der 1.Tag bei Six Passengers, alles etwas chaotisch, viele, viele Taucher, ein Gewusel, das mir als überzeugtem Safariboot – Menschen völlig fremd war. Da war ich schon ein wenig genervt und beinahe wäre mein Urteil über 6 Passengers negativ ausgefallen. Das hat sich aber in den nächsten Tagen ins völlige Gegenteil verkehrt, weil ich einfach sensationelle TGs hatte mit eben so netten wie unkomplizierten Guides.

Das Tauchen in Rangiroa findet in zwei verschieden Pässen statt (auf den Malediven heissen die Kanäle), nämlich Tiputa uns Avatoru, obwohl Avatoru von uns jedenfalls nicht als wirklicher Drift getaucht wurde, sondern am Aussenriff entlang. Dort gibt es recht massige Silvertips zu sehen, die beim Geräusch ins Wasser plumpsender Taucher sofort zur Stelle sind. Spätestens nach 5 Minuten haben sie aber gemerkt, dass es mal wieder nix zu Fressen gibt und dann sind sie wieder verschwunden. Trotzdem sehr imposant, sehr nah und sehr gross. Daneben gibt es Graue, Schwärme von Jacks, zutrauliche Napoleons, Barakudaschwärme etc und vor allem ein sehr intaktes Riff, das auch im Makrobereich viel zu bieten hat – wenn man dafür Zeit hat.
Hier war es also nicht von Belang, ob die Strömung einlaufend oder auslaufend ist, beim Tiputa ist es das allerdings.

Ich war – angeblich – in der Trockenzeit da, trotzdem hat es dauernd geregnet, die letzten Tage 5 Tage am Stück. Zwar gibt es in Rangiroa zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedliche Dinge zu sehen (z.B. im Februar Grosse Hammerhaie – Sp. Mokkaran), viel wichtiger aus meiner Sicht für eine Reisezeitentscheidung ist aber ein Blick auf die Gezeitentabelle. Hier sind die aus- und einlaufenden Strömungen glücklicherweise mehr oder weniger einschätzbar. Noch wichtiger wird das in Fakarava, aber dazu später.
Nur bei einlaufender Strömung kommt man am Tiputa-Pass in den Genuss der Hai-Wand. Bei der Bootsfahrt ist das Wasser im Pass i.d.R. glatt mit den üblichen Strudeln und Verwirbelungen auf der Oberfläche. Abtauchen im Blauen, zügig runter, der Abstieg wird bereits von Grauen Riffhaien und gelegentlich von kleinen Silvertips begleitet. Genial wird es, wenn die dort ansässige Delfinschule vorbeischaut, denn diese Tiere haben sich an Taucher gewöhnt und sind überhaupt nicht scheu (weiteres Highlight!!) Bald schält sich aus dem blauen Nichts der Eingang des Passes in seiner ganzen Breite heraus, Sichten sind hier sehr gut. Es wird der Grund angesteuert, der dort bei ca 60m liegt. Auf einer plattformähnlichen Ausbuchtung am rechten Rand des Kanals, wenn man vom offenen Meer schaut, hat sich bei allen 4 TGs gleichermassen dieses Spektakel abgespielt: Die Grauen Riffhaie patroullieren in einer unvorstellbaren Menge am Kanaleingang und versetzen einen in völlig ungläubiges Staunen. Vielleicht spielt der Stickstoff auch schon eine kleine Rolle, jedenfalls hatte ich überhaupt keine Lust, dort wieder zu verschwinden. Es war wirklich einmalig.
Aber dann geht es mit zunehmender Beschleunigung in den Kanal, mit mind. 10, wahrscheinlich eher 15km/h. Bei diesem Gleitflug kam einmal ein Delfin auf uns zugeschossen, der sich vor uns auf den Rücken drehte und einfach betatscht werden wollte. Das haben wir ausgiebigst getan und konnten gar nicht begreifen, was wir gerade erlebt hatten. Nach dem Tauchgang sagt uns Yann, der Delfin heisst „Touch me“ und macht das öfters (weiteres HighHighlight). Dieser Drift in den Kanal ist ein ganz spezielles Erlebnis, denn es warten die wildesten Waschmaschinen und Verwirbelungen auf einen. Neben Delfinen hatten wir auf den Drifts 2x einen Manta, Adlerrochen, einige versprengte
Haie und am Ende in der Lagune Riffleben, meist bei schlechter Sicht wegen des aufgewirbelten Sandes.
Die TGs bei auslaufender Strömung finden am Aussenriff statt und enden an der Ecke zum Passeingang. Hier ist die Ausfahrt mit dem Boot ziemlich spektakulär, denn wo die auslaufende Strömung auf den Ozean trifft, türmen sich beachtliche Wellen auf, in denen gerne die Delfine surfen. Die Zodiac-Fahrer müssen hier schon gut drauf sein, um einen heil durch diese Wellenberge zu bringen. Aber coole Zodiac-Fahrer gibt´s nicht nur in Ägypten...
Auch bei diesen TGs viel Action, nämlich zu allererst DELFINE (!!), Mantas, turtle, Barakudaschwärme etc und – natürlich – Haie, aber kein Vergleich mit der einlaufenden Strömung.

Zur Unterkunft:
das „Leben“ in Rangiroa findet entlang der 12km langen Strasse zwischen den beiden Ortschaften Avatoru und Tiputa statt (obwohl Tiputa eigentlich auf der gegenüberliegenden Seite des Passes liegt). Die Basis von „Six Passengers“ liegt nahe am Tiputa Pass, meine Pension „le Merou bleu“ genau am anderen Ende. Hab diese Strecke also mehrfach täglich zurückgelegt (man wird von jemandem von der Basis abgeholt) und somit hatte ich Gelegenheit, alle anderen Unterkünfte zumindest von aussen zu sehen. „Le Merou bleu“ hat nur 3 Bungalows, ist wunderschön gemacht, mit vielen kleinen Details im Bungalow und auf dem Gelände. Der Ausblick auf den Pass direkt aus der Hängematte ist atemberaubend, das Essen wirklich sehr lecker und Sonya gab mir sogar den Zugang zu ihrem Wlan, also auch noch Internet umsonst. Sie ist Elsässerin und wer mit dem Französischen nicht so klar kommt, kann auch deutsch mit ihr reden. Allerdings will sie keine Gruppen – was bei 3 Bungalows ohnehin schwierig wäre. Aber: die Pension liegt am Arsch der Welt! Man kommt dort abends nicht weg, höchstens mit dem Taxi. Für mich hat sich aber auch die Frage gestellt: wohin denn überhaupt? Höchstens andere Buddies in anderen Pensionen besuchen. Wer das Abgeschiedene mag, dem sei die Pension wirklich ans Herz gelegt. Mit Sicherheit die schönste Pension auf der Insel! Novotel, Kia Ora ist eben viel teurer...
Ranigiroa entspricht nicht einer Südsee-Trauminsel. Als Taucher sieht man vom Atoll i.d.R. die besagten 12 km, die ich mehrfach mit dem Fahrrad vermessen habe. Attraktionen – Fehlanzeige, Strände ebenso. Meist grobe Korallenstücke und ein zu lebhaftes Meer, um ans Baden zu denken.
Allerdings ist ein Spaziergang hier am Meer schon eine recht schöne Sache.
Auf der Lagunenseite im Hotel Kia Ora findet man sowas ähnliches wie Strand. Die Insel ist ein ca. 300 – 400m breiter Streifen, hauptsächlich mit Kokospalmen bewachsen und immer wieder die wunderbar riechenden Tiare Blumen und auch mal Frangipani. Kurz gesagt: Tauchen sensationell – Rest: na ja...

Weiter ging´s nach Fakarava,
zunächst der Norden mit dem Garuae Pass. Unterkunft war die Pension „Veke Veke“, netter kleiner Bungalow direkt an der Lagune , nette Leute, Essen o.k. – und wieder Internet umsonst. Tauchen bei Top Dive Fakarava. Vom Eqiupment, Briefing, Zustand der Basis, Boot und Material sicherlich mit Abstand die beste der vier Basen, bei denen ich getaucht habe. Liegt im Hotel „Maitai Dream“, Abholservice wie gewohnt, aber nagelneue BCDs (hatte mein Jacket zuhause gelassen), keine Schlepperei, gut organisiert, gutes Boot.
Aber leider hat in Fakarava Nord der Tidenkalender zugeschlagen und ich hatte von 9 Tgs leider nur 2 bei einlaufender Strömung. Die bei auslaufender Strömung sind auch schön, das Riff ist total intakt und wunderschön, Manta, Schwärme, viele Leaffische, Steinfisch etc., aber der nörgelnde weitgereiste Taucher sagt: dafür bin ich nicht um die halbe Welt gejettet...
Und die beiden Tauchgänge bei einlaufender Strömung hatten es denn auch in sich. Ähnlich wie Tiputa oder auch an einem Maledivenkanal springt man im Blauen und nähert sich mit der Strömung dem Passeingang, um sich auf dem Grund ein sicheres Plätzchen zu suchen. Strömungen dort nicht sehr stark, mit einen Maledivenkanal nicht zu vergleichen, man muss sich kaum festhalten. Im Blauen eine wundervolle Haiparade, sicherlich nicht soooo viele wie in Rangiroa, aber dafür auch nur bei 25 – 30m Tiefe – und es sind immer noch ausreichend viele Haie. Hat man ein paar Minuten Deko angesammelt. Verlässt man dieses schöne Plätzchen und treibt mit nun stärkerer Strömung in Richtung Lagune über eine herrlich bewachsene Rifflandschaft hinweg. Kaum zu glauben, dass sich trotz der heftigen Strömung ein so schönes Riff hat bilden können; zerklüftet mit
strömungsschattigen Ecken und voller Fisch. Bis man einen amphitheater-ähnlichen Platz („Ali-Baba“) erreicht, wo uns eine weitere, unerwartete Haiparade empfängt. Unzählige Graue ziehen ihre Kreise am oberen Rand des Theaters und kommen auch gerne näher, einige sogar ganz nah. Grosse Schwärme von Red Snappern und Soldatenfischen versperren einem die freie Sicht auf die Haie. Hier gibt es alles, was ein Taucherherz höher schlagen lässt, vor allem aber Haie in einer bisher nicht gekannten Menge. Und genau deswegen bin ich um die halbe Welt gefahren!
Vor allem wegen der ungünstigen Tidenzeiten hatte ich spontan meine Zeit im Norden verkürzt und bin 2 Tage eher in den Süden von Fakarava, nach Tetamanu Village gefahren.
6 Bungalows hat diese Pension, die Besitzer Annabelle und Sané waren nicht da, also blieben noch der Diveguide, der Bootsfahrer und die Köchin; dazu 7 Taucher...irgendwie das Ende der Welt. Aber nach dem 1. Tauchgang wusste man: das richtige Ende!! Die Strömungszeiten stimmten wieder und alle TGs, bis auf einen, bei einlaufender Strömung. Dem ungezügelten Vergnügen stand nun nichts mehr im Wege. Es gibt ja Leute, die müssen jeden Tauchgang an einem anderen Ort machen, ich hätte diesen, genau immer wieder diesen gleichen Tauchgang hunderte Male machen können. Einfach nur geil!!
Der 1. Tauchgang: auch hier wieder das gleiche Prinzip, im Blauen springen, zum Passeingang treiben, eine schöne Landschaft, riesige Barakudaschule – aber komischerweise kaum Haie. Diesem Spot eilte sein legendärer Ruf voraus – und das konnte doch nicht alles sein. Doch der Guide ging in den Pass, teilweise waren wir schon auf Tiefen von 12 – 15m aufgestiegen und bei mir machte sich eine erste Enttäuschung breit. Aber plötzlich, in einer lang gezogenen Mulde, die bis auf 30,32m ging und schon mitten im Pass lag, weit weg vom Eingang, fing das Spektakel urplötzlich an. Aus dem Nichts kamen immer mehr und mehr Graue Riffhaie und hier und da auch Schwarzspitzenhaie (c. limbatus) auf uns zu und es war im wahrsten Sinne des Wortes voll. Voll mit Haien, oben, unten, rechts, links, einfach überall – einfach geil!! Ob es hier nun mehr oder weniger waren als in Rangiroa, weiss ich nicht; aber hier befanden wir zwischen 20 und 32 m tief, hatten gute Sicht und (etwas) mehr Licht (leider hat´s ja dauernd geregnet...) Einfach fantastisch!! Und diese Tauchgänge sind sehr einfach zu tauchen, die Strömung, die auf der Oberfläche ziemlich kräftig aussieht, ist unter Wasser sehr moderat. Wenn der Computer den Aufbruch nahelegt von Shark-City kommt noch ein Drift durch ein schönes Riff bis unmittelbar zur Tauchbasis. Und das kann man wörtlich nehmen. Der Tauchgang endet im Flachwasser (50cm) und dann sind es noch 10 Schritte zur Basis. Und in diesem Flachwasser gibt es noch Schwarzspitzen Riffhaie (c. melanopterus) und einen handzahmen Napoleon, der so gross ist, das seine Rückenflosse aus dem Wasser schaut.
Bei einigen der folgenden Tauchgänge haben wir das „Vorgeplänkel“ weggelassen, sind den Haien direkt auf den Kopf gesprungen, um die Show noch länger geniessen zu können. Ich träume heute noch davon – und ich hab ja mein Video...
Zum Tetamanu muss man noch ein paar Worte verlieren. Es liegt einfach genial, direkt am Pass und auch von den Bungalows schaut man direkt aufs Wasser und hat die Fische wirklich direkt vor der Haustür. Allerdings lässt man sich diese exponierte Lage auch gut bezahlen, denn die Bungalows sind nicht so dolle. Bei mir rieselte irgendwas (vermutlich Abraum von Holzwürmern) permanent auf das nicht besetzte Kopfkissen. Zu zweit hätte man dort nicht schlafen können. Aus der Dusche kam so wenig Wasser, dass ich kaum nasse Füsse bekam – und das lag nicht an meiner Wampe!!! Richtig schlecht wurde es dann, als ein weiteres ungeahntes Abenteuer auf uns zu kam, nämlich ein Tsunami Alarm. Ich hab ja ne Menge Humor, aber da war dann irgendwie Schluss mit Lustig: es gab ein Erdbeben in Samoa und einen Tsunami Alarm für Frz. Polynesien, Alarmstufe Rot, kein Flugverkehr etc. Wir waren gerade unter Wasser. Über das Bootsradio und zwei französische Segler haben wir von der Sache erfahren und die Leute dort hatten nicht mal ein Telefon, um irgendwo eine brauchbare Info einzuholen. Die Besitzer hatten ihre Angestellten leider ohne Telefonkarten zurückgelassen und saßen irgendwo in Tahiti; unsere Handys funktionieren dort nur nach vorheriger Anmeldung. Auch an diesem abgelegenen Fleckchen könnte man mit ein wenig mehr Engagement vieles schöner machen. Zwar war ich nicht als Hotelkritiker unterwegs, aber wenn richtig Geld gefragt wird, darf man auch ein wenig Leistung erwarten. Mir ist das Metier ja nicht völlig fremd...Und da können die im Tetamanu noch einiges lernen.

Trotzdem ist das Tetamanu wegen seiner Lage ein idealer Platz. Und selbst im Restaurant hört das Fischegucken nicht auf. Haie, Muräne, Napoleon und Rifffische, dazu ein herrliches Riff liegen direkt unter meinen Füssen.
Aber ich war ja zum TAUCHEN da...Und ich bin voll auf meine Kosten gekommen. Mein Durst nach Haien ist befriedigt worden und ich habe Buckelwale so nah gesehen und sogar angefasst, was ich mir nie hätte träumen lassen und was mich wirklich glücklich gemacht hat.

Ach ja und ich bin der Typ mit der Kamera

copyright by Michael Christ 2009 in Moorea
©Michael Christ 2009

















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