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Reisebericht
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Tourbericht Inula, 15.04.06 - 02.05.06
"Baitball!" schallt es übers Deck. Ein schneller Blick aus dem Fenster des Salons. Vögel auf der Wasseroberfläche? Ja! Dort! "Macht euch fertig! Das könnte das größte Erlebnis in eurem Taucherleben sein" ruft Arvid, der Skipper der Inula. Hastig anrödeln, jetzt bloß nicht den Bleigurt vergessen oder die Flasche nicht aufdrehen. Aber als wir schon fast fertig sind, kommt schon die Entwarnung. Die Vögel haben sich verzogen, das war wohl wieder nichts mit dem Baitball. Arvid meint, man bräuchte 8 Fehlalarme, bis man einen Baitball wirklich erwischt. Na gut, dann machen wir halt einen "normalen" Tauchgang von der Inula aus auf Malpelo. Dabei haben wir dann lediglich ca. 50 - 100 Hammerhai Begegnungen, teilweise bis auf wenige Meter herankommend und unheimlich viel Schwarmfisch (Großaugenmakrelen, Bernsteinmakrelen (allein die sind fast 1m lang), Jacks, Ozelotzackenbarsche, Kugelfische, Blaustreifenschnapper und Creolefisch) sowie viele - zum Teil auch freischwimmende - Muränen). Die Fluchtdistanz der Fische ist hier viel geringer als in anderen Tauchgebieten, die ich kenne (Rotes Meer, Malediven, etc.). Und alles ist eben ein bißchen größer. Ach ja, Alderrochen gab's auch noch. Primär sind wir natürlich der Hammerhaie wegen hier. Dafür ist Malpelo (ca. 600km südlich von Panama, gehört offiziell zu Kolumbien) bekannt. Und wir haben wirklich bei fast jedem 2. Tauchgang Hammerhaibegegnungen in größerer Anzahl. Teilweise fast die ganzen 60 Minuten eines Tauchgangs am Stück. Am besten wartet man einer Stelle, an der man eine Schule gesehen hat. Sie kommen meist alle paar Minuten wieder vorbei. Sie sind scheu, gewöhnen sich aber auch an einen, sofern man sich ruhig genug verhält und dann kommen sie teilweise bis auf wenige Meter heran. So einen normalen Tauchgang machen wir auch am Nachmittag des 27.04.06 an einem kleinen Seamount vor Malpelo, der bis 19m vom 60m Sandgrund hochkommt. Wieder unheimlich viel Schwarmfisch, der hier besonders zutraulich ist. Teilweise scheuern die Makrelen sogar ihre Nesseln an unseren Neoprenanzügen ab! Wir tauchen alle mit ca. 50bar wieder auf und das Schlauchboot sammelt uns ein. Auf der Rückfahrt zur Inula sehen wir dann wieder Vögel auf dem Wasser, Arvid gibt Vollgas. Wir rödeln uns schon auf dem Schlauchboot wieder an. Sollte es diesmal etwa klappen? Tatsächlich rund um einen großen frei treibenden Baumstamm sind viele Vögel, die ins brodelnde Wasser schiessen. Und dann gehen auch wir uns Wasser und sind sofort mitten drin im Gewimmel. Das große Fressen: Seidenhaie, Galapagoshaie, große Gelbflossenthunfische und Rainbowrunner jagen die kleineren Köderfische. Alles schiesst durcheinander, man hört die Beißgeräusche, das Wasser ist stellenweise leicht rötlich gefärbt. Als Taucher ist man auf 10m Tiefe zwar ziemlich nah dran, insbesondere an den nervösen Seidenhaien, aber relativ sicher. Der Ausstieg ins Schlauchboot an der Wasseroberfläche ist allerdings ein kritischer Moment. Hinterher bleibt die Frage, ob man das wirklich sehen will und wie hoch das Risiko ist. Ein unvergleichliches Taucherlebnis bleibt es auf jeden Fall. Nur wenige Taucher haben das Glück so etwas mal in ihrem Taucherleben zu sehen. Laut Arvid passiert das einer seiner Gruppen nur ca. 1 bis 2 mal pro Jahr. Noch kurz ein paar Stichworte zum Rest: Nitrox ist nach Voranmeldung an Bord. Arvid achtet sehr auf Sicherheit, aber nicht die PADI-Pauschalsicherheit "Keiner taucht tiefer als 30m", sondern immer der Situation und dem Erfahrungsstand der Gruppe angepaßt. Es gibt jahreszeitabhängige Sprungschichten mit starken Sicht (3 - 25m) und Temperaturschwankungen (27-15°C). Das Essen an Bord ist hervorragend mit viel frischem Obst und Gemüse (solange der Vorrat an frischen Sachen reicht). Die Überfahrt ist mit ca. 36 Stunden recht lang. Die Organisation durch Tauchertraum klappte einwandfrei. |
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Fa. Tauchertraum, Inh. Michael Christ, Brand?cker 1A, 84381 Johanniskirchen, Tel: 0 85 64 / 96 34 91, Fax: 0 85 64 / 96 34 92 Impressum
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