Reisebericht

Palau / Yap Gruppenreise vom 07. bis 30. März 2005

Voller Vorfreude haben wir uns im -etwas unübersichtlichen- Flughafen in Paris am Eva Air Schalter zusammengefunden. Wir, das waren eine Gruppe aus zwölf Tauchern und zwei Schnorchlern, die aus ganz Deutschland mit dem Flieger nach Paris gekommen waren, um die weite Reise nach Mikronesien anzutreten. Von Paris aus ging es dann mit einem ca. 13 Stunden langen Flug weiter nach Taipeh in Taiwan mit der komfortablen Eva Air. In Taipeh haben wir einen zweistündigen Zwischenstopp eingelegt, hier gabs die Gelegenheit zum Shoppen und eine Espressobar gab es zur Begeisterung der meisten auch. Der Flug mit der Far Eastern dauerte dann noch mal dreieinhalb Stunden, aber auch rum ging und wir kamen, zwar etwas müde, schließlich bei strahlendem Sonnenschein nachmittags in Koror am Flughafen an.

Nachdem auch alle Fotokoffer gefunden waren, sind wir mit unserem Reisebus ins Cliffsidehotel gefahren, um uns erstmal auszuruhen und um fit für den nächsten Tag für den Weiterflug nach Yap, zu sein. Beim Abendessen sind wir im Hotel gemütlich über der Bucht von Koror zusammengesessen und haben es auch geschafft, das eine oder andere Adapter/Stromproblem zu lösen. Anschließend konnte, wer wollte, abends noch den wunderschön beleuchteten OutdoorWhirlpool -mit Blick über die Bucht und die Sterne!- des Cliffside nutzen bei einem gemütlichen Cocktail. Er wurde extra für uns angeheizt und war eine wahre Wohltat nach der langen Reise.

Am nächsten Tag sind wir nach Yap aufgebrochen, also wieder zum Flughafen und rein ins Flugzeug, diesmal aber nur eine knappe Stunde. In Yap wurden wir abends von Bill Acker und seinem Team auf der Mnuw, dem Restaurantschiff, begrüsst und bekamen alle nötigen Infos über den Tauchbetrieb und die sonstigen Möglichkeiten im Manta Ray Bay Hotel. Die Mnuw ist ein altes indonesisches Segelschiff, das Bill importiert hat, mit einer tollen Atmosphäre, die uns alle begeistert hat. Man kann abends völlig entspannt bei angenehm warmen Temperaturen draußen an Deck sitzen, seinen Drink trinken und gemütlich über die Anzahl der Mantas, die man am Tauchtag gesehen hat, philosophieren. Mit den Zimmern im Hotel waren, denke ich, alle sehr zufrieden. Es gab in jedem Zimmer zwei große KingSize Betten und manche hatten sogar eins davon als Wasserbett. Die Bäder waren sehr sauber und geräumig und sogar ein Föhn war vorhanden.

Am ersten Tauchtag ließ Bill uns noch auf die Mantas warten und ließ uns erstmal wieder im „Millenium garden“ ans Tauchen gewöhnen. Zwischen den Tauchgängen und danach gabs immer frisch gebackenen Kuchen und heißen Tee oder Wasser, wir wurden also richtig verwöhnt…. Und am zweiten Tag sind wir dann endlich durch die Mangrovenwälder und zu den Mantas in den Mìl Channel gefahren. Die ersten Tage hatten wir nicht ganz soviel Glück, wir sind brav hinter Bill, der ganz die Ruhe selbst durch den Kanal getaucht ist, hinterher. Aber die Sicht war nicht sehr gut und so hatten erst nur einige den einen oder anderen Manta zu Gesicht bekommen. Aber dann, die Sicht wurde besser, wir kannten uns im M´il Channel inzwischen aus wie in unserer Westentasche und dann kamen sie…. majestätisch, langsam schwebten sie über unsere Köpfe hinweg. Einer, zwei,…. dann sieben, acht und neun und man kam mit dem Zählen gar nicht mehr nach. Wir durften sie beim Tanzen beobachten, in Formationen und alle waren einfach nur begeistert und die Gesichter haben während der Oberflächenpausen um die Wette gestrahlt und die Unterwasserdigitalkameras gingen die Runde, um zu schauen, wer im richtigen Augenblick geknipst hatte.

Auch unsere beiden Schnorchler hatten ihr Vergnügen, manchmal waren die Mantas recht weit an der Oberfläche und so konnten die Beiden auch in den Genuss kommen, die vorbeigleitenden Riesen zu sehen.

Meistens sind wir am späten Mittag ins Hotel nach zwei Tauchgängen zurückgekehrt und haben auf der Mnuw zu Mittag gegessen. Danach hatte man die Möglichkeit auf dem Sonnendeck der Mnuw zu relaxen, an einer Kulturtour teilzunehmen und alles über das Steingeld zu erfahren (die Teilnehmer aus unserer Gruppe waren allerdings nicht sehr begeistert) oder man konnte sich etwas die Beine vertreten und den nahe gelegenen Berg erklimmen, von dem man eine tolle Sicht haben soll (ich gebs zu, ich war zu faul…). Abends war immer gemütliches Abendessen angesagt. Mit natürlich - Saaaaassshhhimi - , also rohem superfrischem Thunfischfilet (das sehr begehrt war), als Vorspeise oder anderen Köstlichkeiten aus der Küche. Es gab immer – mittags wie abends – eine Vorspeise und eine Hauptspeise, die man jeweils von drei Sachen wählen konnte (meistens zweimal frischen Fisch in verschiedenen Zubereitungsarten, Salate, Pasta und und und…) oder man stellte sich eine Pizza aus dem Holzbackofen (hmmmm) selbst zusammen. Daneben gab es auch immer leckere saftige Burger zu bestellen und diverse Salatteller. Zum Nachtisch gab es dann meistens Eis und weil wir uns mit der Kellnerin gut stellten, wurden die Portionen von Tag zu Tag größer. Aber egal, was man bei der (immer fröhlichen und zu Späßen aufgelegten) Kellnerin bestellte, man wurde nie enttäuscht, es war immer superfrisch zubereitet und unverschämt lecker. Wir haben bestimmt alle in der Woche zugenommen. Und nicht zu vergessen, die selbstkreierten Cocktails der Bar mit Namen wie Manta Fin oder Manta Shake, die wirklich supersuperlecker waren.

Leider ging diese Woche viel zu schnell rum und als wir uns so richtig eingewöhnt hatten, hieß es wieder Koffer packen, um den zweiten Teil der Reise in –Palau/Peleliu- anzutreten.

Wir werden Bill, die Mantas, die Mnuw und das Sashimi nie vergessen :-)

In Koror angekommen, waren wir mit dem Bus schnell am „Hafen“, von dem uns Godwin mit zwei Speedbooten abholte und uns mit einer rasanten Fahrt (an die wir uns während der nächsten zwei Wochen noch gewöhnen durften) durch die einmalig schönen Rock Islands und kleinen Extrastops zum Fotografieren und Extrakurven verwöhnte. Wir hatten aber auch Glück, die Sonne strahlte vom blauen Himmel und ließ die saftig grünen Inselchen im zum Teil tiefblauen, zum Teil hellblauen Meer ganz unwirklich erscheinen. In Peleliu angekommen, … puh… war es auf einmal unerbarmt heiß und kein Lüftchen regte sich… brachte uns Godwin in einem seiner Busse vom Nordhafen die paar Meter zu seinem „Storyboard Resort“ mit seinen insgesamt sechs malerisch unter Palmendächern gelegenen Holzbungalows. Die Schlüssel wurden sofort nach unserer Ankunft und einem Begrüßungsdrink an uns ausgeteilt und so konnten wir uns erstmal frisch machen, einrichten und uns mit der neuen Umgebung vertraut machen. Im Gegensatz zu Yap fühlten wir uns hier fast wie im Dschungel. Üppiges Grün, wohin man sah, unbekannte Geräusche und absolute Ruhe. Die Bungalows waren zweckmäßig eingerichtet und durch die Holzlamellen wehte immer ein kleines Lüftchen. In den Hängematten vor den Bungalows konnte man schön entspannen und ein wenig schlafen, lesen oder einfach die Ruhe genießen und aufs Meer rausschauen. Die Sache mit dem Baden und Schnorcheln direkt am Strand mussten wir uns leider abschminken, das Wasser war meist zu niedrig und der Sandgrund mit scharfen Korallenstücken durchsetzt.

Zum Essen sind wir morgens und abends immer in gemütlicher Runde draußen mit Füßen im Sand um einen großen Tisch gesessen. Sowohl das Frühstück und auch das Abendessen kamen auf großen Platten und Schüsseln auf den Tisch, so dass sich jeder nehmen konnte, was er wollte. Bei Bedarf gab es meistens auch einen Nachschlag. Zum Frühstück gab es immer frische Früchte, Toast, Butter, Marmelade, heiße Würstchen und Eier. Kaffee und Tee soviel man wollte. Für den Mittag hatte man die Wahl, was man aufs Tauchboot mitnehmen wollte. Entweder Bento (Reis vegetarisch oder mit Fleisch, kalt) oder Sandwiches mit Thuna oder Käse. Dazu gab es dann Softdrinks, Kekse und auch immer lecker frisches Obst. Abends brachte Mayumi (Godwins Frau) meistens asiatisches gemixt mit europäischem Essen auf den Tisch. Lecker frittierte Frühlingsröllchen mit Dips, Salate, Reis, Nudeln, Kartoffeln, Curries mit Fleisch, Fisch oder vegetarisch, Fleischgerichte, Gemüse… und sogar Sashimi. Es war für jeden was dabei und immer sehr lecker und ganz frisch zubereitet. Zum Nachtisch, weil wir es so gewöhnt waren von Yap, haben wir uns meistens große Eisportionen aus dem nahe gelegenen „Supermarkt“ geholt und jeder hat kräftig zugelangt. Zum Glück war immer genug Vorrat im Markt vorhanden und der Umsatz ist bestimmt rasant in die Höhe gegangen :-).

Ja, und das Tauchen…. !!!! Wir sind morgens direkt nach dem Frühstück los, entweder an den Nordhafen oder den 15 Minuten entfernten Südhafen, je nach Tauchplätzen. Vom Südhafen aus war man in 5 Minuten mit dem Speedboot an Pelelius Tauchplätzen, Peleliu Cut, Peleliu Express und Peleliu Corner. Hier waren wir meist allein mit den Grauen und keine lästigen Luftblasen von anderen Tauchgruppen störten uns. Da wir eine Gruppe von 12 Tauchern und 2 Schnorchlern waren, wurden wir auf zwei große Speedboote (mit ausreichend Platz fürs Equipment, Fotoapparate, Trockenraum) verteilt, jeweils mit einem Guide. Vor allem an den Tauchplätzen Pelelius hatten wir meist mittelmässige bis heftige Strömung, so dass unsere Strömungshaken immer zum Einsatz kamen. Begleitet haben uns immer etliche kapitale Graue Riffhaie und wir haben angestrengt ins Blaue geschaut, ob nicht doch was Größeres vorbeizieht. Der Fischreichtum war enorm, Schwärme von Barrakudas !!! (wirklich, wohin man schaute…), Checks, Makrelen, Füssilieren, große Thunas, sonstiges Gewusel, Schildkröten auf ihrem Weg nach oben, Adlerrochen etc. etc. … Manchmal richtige „Wände“ aus Fisch. Zu den berühmten Tauchplätzen, wie Blue Corner, Big drop off, New drop off, den Caves, German Channel (Mantas !) brauchten wir in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten und waren dank Godwin (um acht gehts spätestens los!!!) meist mit den ersten Booten vor Ort, so dass die Horden Japaner (die ja erst von Koror etwa 1 Stunde hierher unterwegs waren) dann ins Wasser sprangen, wenn wir rauskamen. Das war echt der blanke Horror, wir haben teilweise beobachtet, wie die Guides von solchen Gruppen die Taucher mit ihren Strömungshaken irgendwo auf dem Riff „befestigt“, also eingehakt hatten und dann die Guides! die Taucher auch wieder losgemacht haben. Und wehe, einer wäre aus der Reihe getanzt! Da waren wir dann doch sehr froh, über Godwins Vertrauen in uns, der zwar immer da war, wenn man ihn brauchte, uns aber jede Freiheit beim Tauchen ließ.

In der Regel kamen wir von unseren Tauchausflügen am frühen Nachmittag zurück. Wer wollte, konnte noch einen dritten Tauchgang oder Nachttauchgang (bei genügend Interessenten) machen. Die meisten waren jedoch etwas geschlaucht nach dem Tauchen und außerdem gab es ja auch über Wasser in Peleliu einiges zu sehen. Mayumi hatte Fahrräder zum Verleihen und so konnte man die Insel per Fahrrad erkunden und zu den schönen einsamen Stränden, wie z.B. dem verträumten Honeymoon Beach, gelangen. Die Insel ist ungefähr 7 km lang und verlaufen kann man sich nicht wirklich. Auf versteckten Dschungelpfaden findet man herrenlose Panzer und sonstiges verrostetes Kriegsgerät, Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg, als die Amerikaner hier gegen die Japaner gekämpft hatten.

Wollte man baden, brachte Godwin einen zum Südhafen. In diesem natürlichen Hafen war das Wasser hoch genug zum Schwimmen. Wenn man auch ein klein wenig ein beklommenes Gefühl hatte, was wohl noch so alles an Getier in diesem Becken herum schwamm. Man hörte es öfter auf dem Wasser klatschen, doch bis man hinsah, war die Wasseroberfläche schon wieder ruhig. Wie auch immer, wir leben alle noch ;-) Neben dem Südhafen liegt der idyllische Orange Beach, dessen Name aus dem 2. Weltkrieg stammt, als an dieser Stelle die Amerikaner einmarschiert sind. Die Wasserlanderampen, die man am Strand bei Ebbe erkennen kann, zeugen heute noch davon.

Bei den Einheimischen beliebt ist das Swimming hole. Eine Art Erdloch mit einem Durchmesser von ca. 5 Metern und 3 Meter tief, mit Wasser gefüllt, in das man hineinspringen kann. An heißen Tagen eine willkommene Abkühlung. Auch drei Mutige aus unserer Gruppe haben den Sprung ins kalte Nass gewagt…

Von hier aus sind es nur noch ein paar Meter zu unserer „Haibucht“, wie wir sie getauft haben. Hier haben wir bei Sonnenuntergang kleinen Haien beim Jagen zugeschaut.

Zum Abendprogramm gibt es nicht viel zu sagen. Es ist schlichtweg überhaupt gar nichts los. Ruhe pur…

Die einzige Möglichkeit besteht darin, sich ein Fahrrad zu leihen und die 3 km zum „Billardcafe“ der Insel zu fahren und dort eine Runde Billard bei lauter Musik zu spielen und ggf. mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Oder einfach nur das Geschehen zu beobachten, was auch sehr amüsant sein kann… gelle… Maria ;-)

Nicht zu vergessen ist natürlich auch unser Ausflug zum Schnorcheln zum berühmten Jelly fish lake. Nach 15 minütigem Gekraxel durch den Wald kommt man an den wunderschönen ruhigen glatten grünen See, in dem nach ein paar Minuten schwimmen immer mehr und immer mehr Quallen auf einen zukommen. Zuerst hatte ich noch etwas Berührungsängste, aber als ich merkte, dass bei einer Berührung absolut nichts passiert, fand ich die Quallen wunderschön und faszinierend und hatte ständig Angst, sie mit meinen Flossen zu zerfetzen. Und bin letztendlich ganz vorsichtig und langsam zum Ufer zurück geschnorchelt.

In der letzten Woche entschlossen wir uns einen Trip nach Angaur zu wagen. Das Wetter (Überfahrt!) spielte mit und die Tauchflaschen und das Gerödel wurden eingepackt. Wir haben die Insel per Fahrrad erkundet, vorbei an einem Flugzeugwrack, an wildlebenden Affen (Makaken, Nachfolger von als Haustieren gehaltenen Affen, die ihren deutschen Herren entflohen waren), weißen Sandstränden und zerklüfteten Felsen, an sogenannten Blowholes (an manchen Stellen schießen durch den zerklüfteten Fels Meerwasserfontänen mit Getöse hoch in die Luft) und an einem See, der früher mal ein Steinbruch war, aus dem einst Japaner und Deutsche Phosphat abgebaut haben. Die Insel ist sehr gepflegt und recht einsam. Während der ganzen Tour rund um die Insel, sind wir keiner Menschenseele begegnet, nur ein Hund hat uns begleitet. Nach der Fahrradtour war es dann soweit, verschwitzt und nach dem kühlen Nass sehnend, ging es zu den recht unbekannten Tauchplätzen vor Angaur tauchen. Hier haben wir absolut unberührte Riffe vorgefunden, schön bewachsene Steilwände, Korallengärten und den einen und anderen Grauen Riffhai.

Das einzig Störende während dieses Urlaubs waren eigentlich nur die Moskitos und die Sandfliegen, die allerdings nur Einige von uns auf ihrem Speiseplan hatten. Manche von uns blieben verschont. Da halfen nur, abends lange Hosen und Strümpfe oder eben ein gutes Mückenabwehrmittel aus der Apotheke für tropische Gebiete.

Insgesamt war unsere Reise nach Mikronesien ein wunderschöner und abwechslungsreicher Urlaub, aus dem wir viele, viele neue Eindrücke mit nach Hause genommen haben. Tauchen an fantastischen Tauchplätzen mit Großfischbegegnungen an der Tagesordnung. Yap mit den Yap divers, Bill und die Mantas, Gespräche und Gelächter bei Sonnenuntergang auf der Mnuw und Peleliu mit seiner Unberührtheit und den Weltklassetauchplätzen, Godwin und seine bezaubernde Familie, Abendessen in gemütlicher Runde und Riesenportionen Eis… Wir werden noch lange daran zurückdenken….und träumen…

Xenia


Ankunftt in Yap
Ausfahrt mit Bill Acker
Yap Tanz

Mill Channel Yap

Mill Channel Yap

Mnew Bar Yap

Mnew Yap

Mangrove Tour

Rocks Islands

Storyboard Owners

Rock Islands Trip

Sharks am Peleliu Cut

Jelly Fish Lake

Storyboard Beach

Blue Corner Jacks

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