Die Unterwasserwelt von Malpelo
Malpelo Island - ein Name, der im gleichen Atemzug wie Galapagos und Cocos ausgesprochen wird und dessen Tauchgründe zu den besten Großfischrevieren unseres Planeten gehören. Die zu Kolumbien gehörende Insel Malpelo ist dabei nichts anderes als eine karge Felseninsel, die sich weit ab vom Festland der rauhen See entgegen stellt. Die Insel liegt ca. 500 km vom nächsten Festland entfernt und wird von Abertausenden von Seevögeln, wie Tölpeln und Seeschwalben, bewohnt. Nicht zu vergessen sind zahlreiche Krabbenarten, einige Echsen und kleinere Warane, die den Eiern der Seevögel nachstellen. Malpelo ist ein Welt-Naturerbe und wird von den Behörden Kolumbiens und der Malpelo Foundation strengstens geschützt. Dass dieser Schutz nötig ist, konnte man bei unserem ersten Besuch in 2005 deutlich erkennen. Inzwischen hat man ein Patroullienboot zur Verfügung gestellt und illegale Fischerboote werden nun von der Marine in den Hafen eskortiert. Den Erfolg sah man an den Ergebnissen der darauf folgenden Besuche: Keine Fischerboote mehr in Sicht und auch die Zahl der Langleinen, die man zum Teil rund um die Insel fand, hat drastisch abgenommen.
Wer meint auf so einer kargen Insel leben nur ein paar tierische Einsiedler, der täuscht. Die kolumbianische Regierung hat auf der Insel einen kleinen Aussenposten eingerichtet und ständig sind junge Soldaten auf der Insel, die nach dem Rechten sehen. Gerne zeigen sie Besuchern die Insel und man kann bei Gesprächen erkennen, dass sie sehr stolz auf ihren Meeresnationalpark Malpelo sind.
Vorsicht jedoch denjenigen, die die Insel erklimmen möchten, denn die bis zu 180 m hohe Insel ist steil und schroff und der einzige Weg auf die Insel zu kommen ist mit Hilfe einer Strickleiter.
Wie schon erwähnt gehört Malpelo zu den Top Großfischrevieren. Zahlreiche Strömungen, wie der Humboldtstrom, die Panama Contra Strömung und die kolumbianische Strömung treffen hier aufeinander. Insgesamt sollen es acht Strömungen sein, die je nach Jahreszeit die Insel umspülen und so zahlreiche Nährstoffe zur Insel bringen und die perfekte Umgebungsbedingung für die Unterwasserfauna kreieren. Diese Strömungen beeinflußen auch die Tauchbedingungen vor der Insel hinsichtlich Temperatur und Sichtweiten. Eine absolut verlässliche Aussage ist leider nicht möglich, denn die Stömungen können unangekündigt zu jeder Jahreszeit wechseln und die Bedingungen unter Wasser somit schlagartig verändern. Die Auswertung unserer eigenen Reisen und die unserer Kunden ergaben folgende Erkenntnisse:
Das Klima ist tropisch feucht das ganze Jahr über mit Temperaturen von 25 bis 35 Grad und zu jeder Zeit können tropische Regenschauer auftreten. Unter Wasser kann man ganzjährig mit Wasseroberflächentemperaturen von 24 bis 27 Grad rechnen. Entscheidend sind in Malpelo die Sprungschichten und die Tiefe, in der sie auftreten, auch hier können sich die Bedingungen schlagartig verändern und zum Teil von Tauchplatz zu Tauchplatz unterschiedlich sein. Die Sichtweiten schwanken ganzjährig zwischen 15 und 35 m.
Januar bis April - Sprungschichten generell etwas höher liegend, meist um die 10 bis 20 m. Wassertemperatur oberhalb 26 Grad, unterhalb meist nur noch 18 bis 20 Grad. Die tiefste Temperatur lag bei einer Tour im April mit 14 Grad unterhalb 15 m. Besonderheit: Es ist die Zeit, in der die Chancen gut stehen bei tiefen Tauchgängen auf einen der seltenen Schildzahnhaie zu treffen.
Mai bis September - erste Sprungschicht meist unterhalb von 35 m, darüber 24 bis 26 Grad und unterhalb meist 20 bis 21 Grad. Weitere Sprungschichten bei ca. 50 m und tiefer. Besonderheit: Häufigeres Auftreten von Baitballs, Walhaien und sich formierender Seidenhaischulen.
Oktober bis Dezember - meist etwas regnerischer und moderate Bedingungen. Sprungschichten liegen etwas tiefer bei 30 bis 40 m.
Die obige Angabe beruht allein auf Erfahrungswerten und darf nur als Anhaltspunkt gewertet werden. Aber eins ist gewiss, gerade hinsichtlich der Sichtung von Großfischen ist in Malpelo jederzeit - alles - möglich.
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Tauchplatzkarte Malpelo Island - Kolumbien ( Darstellung zeigt nur die wichtigsten Tauchplätze von Malpelo)
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Die Unterwasserwelt von Malpelo ist geprägt von felsigen, meist mit Muscheln besiedelten Gesteinsformationen. Das Meer fällt an vielen Plätzen steil ab auf 40 bis 50 m und verliert sich nach kurzer Weile in große unbekannte Tiefen. An einigen Tauchplätzen, wie La Nevera oder Altair de Virginia, haben sich spärlich Korallen angesiedelt und bei La Nevera gibt es sogar ein kleineres Gorgonienfeld. Trotz spärlichen Korallenbewuchses bieten die Felsen zahlreichen tropischen Fischen einen Zufluchtsort und selbst diverse Nacktschnecken wurden schon gesichtet. Ein absolutes Phänomen sind die vielen frei schwimmenden Muränen, die die kargen Felsen für sich erobert haben. Übersehen kann man sie nicht, denn sie sind allgegenwärtig und hängen zum Teil in großen Gruppen zusammen. An Ferreteria schauten bis zu 20 Muränenköpfe aus ein und dem gleichen Riffvorsprung. Ein ideales Photomotiv. Lobster und Seeigel sind die zweithäufigsten Bewohner der Felsen.
Neben den genannten gibt es noch weitere Einwanderer, die jedoch nur selten vorkommen, wie die Schildkröte und der Weisspitzen Riffhai. Was sich aus dem folgenden erklärt:
Weshalb ist Malpelo ein Top Großfischrevier?
Malpelo ist Anziehungspunkt für eine enorme Anzahl an Hochseebewohnern, allen voran den Bogenstirnhammerhaien, die ganzjährig in großen Schulen mit mehreren hundert Tieren auftreten. Kaum ein Tauchgang, an dem diese eleganten Räuber nicht gesichtet werden. An Putzerstationen, wie am Altair de Virginia, splitten sich meist kleinere Gruppen mit bis zu 40 Tieren ab und suchen die flachen Gewässer des Altairs auf. In nur 10 m Wassertiefe lassen sie sich von Parasiten befreien. Sehen Sie sich dazu einfach unser selbst gedrehtes Video an, es wird Ihnen einen Eindruck vermitteln von diesem Tauchplatz und vielem mehr.
Seidenhaie sind eine weitere Attraktion. Bei fast jedem Auftauchen dauert es meist nur wenige Minuten und die ersten Tiere kommen an die Oberfläche, um neugierig die Taucher zu bestaunen, bevor sie wieder in grössere Tiefen entschwinden. In La Gringa, La Nevera und Ferreteria kommt es des Öfteren zu Ansammlungen von bis zu 200 Tieren. Diese Formierung konnten wir bislang nur in den Monaten Mai bis Oktober beobachten oder im Blue Planet Movie des BBC oder Dokumentationen des National Geographic. Wollen Sie dies auch erleben, stehen hier Ihre Chancen am besten. Galapagoshaie sind die dritte vorherrschende Haiart und sind an fast allen Riffen und Felsen vor Malpelo zu finden. Die bis zu 3 m langen Tiere sind imposante Räuber und haben ein dementsprechend selbstbewusstes Auftreten. An einem Tauchplatz zwischen La Gringa und David konnten wir schon an einem tief liegenden Riff bis zu 20 Tiere zählen. Ein unvergessliches Erlebnis, wenn man da unten sitzt, den Galapgoshaien zuschaut und einem gerade hundert Hammerhaie über den Kopf schwirren.
Fischschwärme sind ein weiterer Grund, die für Malpelo sprechen. An Tauchplätzen, wie Los Tres Mosqueteros finden sich regelmässig Makrelen ( Jackfisch ) Schwärme mit tausenden von Tieren ein. Allzuoft kommen noch unzählige Red Snapper dazu und bilden eine riesige Wolke, die den Tag zur finsteren Nacht werden lassen, wenn man in die Gruppe eintaucht. Immer wieder öffnet sich die Fischmasse und macht Platz für einzelne Hammer- oder Galpagoshaie. Fast alle der hier vorkommenden Fischarten treten in "Massen" auf.
Adlerrochen stehen auf der Tagesordnung von klein bis groß, von Einzelgängern bis hin zu kleineren Schulen.
Mantas und Walhaie sind ebenso regelmässige Besucher in diesen Gewässern. Die Walhaie sind meist ausgewachsene Tiere mit bis zu 12 m Länge. Die beste Zeit scheint Mai bis September zu sein.
Segelfische, Marlins, Buckelwale und weitere Hochseebewohner werden gesichtet, aber hier braucht es schon ein gehörige Portion Glück.
Baitballs, die Königsklasse. Auftreten kann dieses Phänomen und Highlight in jedem Taucherleben theoretisch überall rund um die Inseln und zu jeder Zeit. Glückstreffer kann man aber am besten landen, wenn sich rund um Treibgut, wie Baumstämmen oder alten Fischernetzen, eine große Anzahl an Schwarmfisch ansammelt und Schutz sucht. Erkennen kann man dies an den Hunderten von Seevögeln, die sich ins Wasser stürzen und aus dem Wasser schnellenden Thunfischen, die sich mit voller Geschwindigkeit in die Fischmasse stürzen. Kommt man rechtzeitig an den Ort des Geschehens zeigt sich unter Wasser ein unglaubliches Bild. Meter große Thunfische und hunderte Seidenhaie jagen hektisch nach den beliebten Mahlzeiten und die Fischschwärme versuchen mit gekonnten Mannövern die Jäger zu täuschen.
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Ausschnitt aus unserem selbstgedrehten Video in Malpelo
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Wie kommt man nach Malpelo ?
Malpelo gehört - wie gesagt - zu Kolumbien, wird jedoch meist von Panama oder Costa Rica aus angefahren. Dieses Vorgehen erspart die Anreise via Kolumbien. Die Anfahrt dauert je nach Boot und Seebedingungen zwischen 33 und 38 Stunden. Eine der höchsten Nationalparkgebühren weltweit wird für jeden Gast fällig, dessen genaue Höhe wir Ihnen bei jeder Buchung mitteilen.
Aktuell wird Malpelo von folgenden Booten angefahren:
Inula - kleiner Katamaran unter deutscher Leitung.
Yemaya 2 - Motoryacht und Expeditionsschiff unter deutscher Leitung.
Seahunter, Underseahunter, Argo - jedoch unregelmässig auf Charterbasis.
Einige kolumbianische Boote,die wir aus Gründen der Sicherheit nicht anbieten ( Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel, denn in Kürze wird ein weiteres Schiff mit hohen Standards verfügbar sein ).
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Inula
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Yemaya 2
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Underseahunter
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